Linda Feller eröffnet in Hirschberg "Frauenherz-Tour" 2013 von Roland Barwinsky / 09.10.13 / OTZ

09.10.2013 10:07

Linda Feller eröffnet in Hirschberg "Frauenherz-Tour" 2013

Countrystar Linda Feller eröffnete in Hirschberg ihre Frauenherz-Tour 2013 und suchte dabei die Nähe zum Publikum. Foto: Roland Barwinsky Countrystar Linda Feller eröffnete in Hirschberg ihre Frauenherz-Tour 2013 und suchte dabei die Nähe zum Publikum.

Linda Feller eröffnete in Hirschberg ihre "Frauenherz-Tour" 2013 und stellt ihre neue CD vor. Sie ist eine Künstlerin zum Fotografieren, Anfassen und ohne Scheu vor dem Publikum. Hirschberg. Sie strahlte das Publikum an. Sie hatte diesem auch etwas zu sagen. Linda Feller übernahm am Samstagabend im Foyer des Hirschberger Kulturhauses gern die Rolle einer musikalischen Sympathieträgerin. Der Veranstaltungsort erlebte die Premiere ihrer "Frauenherz Tour" 2013. Und was die solistisch auftretende Sängerin mitteilen wollte, war bereits nach den ersten Tönen erkennbar. Denn die Zuhörer erfuhren, dass sie gerne Lieder singe, solange ihr noch jemand zuhört. Keineswegs werde sie das Handtuch werfen und weitermachen - Tag für Tag, so die 47-Jährige. Zu diesen Zeilen lächelte die jetzt in Dresden wohnende Frau - ehrlich und unverkrampft. Gleich danach gab es kleine Geschichten. Beispielsweise vom Beginn ihrer Karriere. Hartmut Schulze-Gerlach - besser bekannt als "Muck" - habe damals ihr Talent im DDR-Fernsehen bei "Sprungbrett" erkannt und gefördert. 1988 blieb die Neuentdeckung nach einem Gastspiel in der Schweiz im Westen. Gut sei das gewesen, denn so erlebte sie den tiefen Fall vieler Oststars nach dem Fall der Mauer nicht wirklich mit. Linda Feller lobte das Fernsehen. Allerdings das von gestern. Früher gab es nämlich noch gehaltvolle Unterhaltung, blickte der Gast ein bisschen wehmütig zurück. Bei diesen Aussagen wirkte die Künstlerin sehr entspannt, wohltuend locker und recht kraftvoll. Aber Linda"Feller wollte an diesem Abend zugleich nachdenklich sein. Sie wollte ihrem Publikum Themen zum Nachdenken, zum Innehalten, zur Besinnung anbieten. Denn "alt werden ist etwas anderes als alt sein". So wurde im Titel "Im Himmel fehlt heut ein Engel" ein schmerzhafter Verlust öffentlich gemacht. Es ging um Krankheiten, um den Tod. "Darüber müsse man doch reden", forderte der Countrystar. Sehr tiefgründig das Lied "1941". Es beschreibt ergreifend die Folgen einer Demenz. Es ging darin zugleich um einen bewegenden Lebenslauf im 20."Jahrhundert. In der Pause erklärte Linda Feller, dass sie für die neue CD und diese Tour keinerlei Kompromisse einging. Jedes Lied trage ihre eigene Handschrift. Jede Aussage sei wichtig. Unser Alltag bestehe nun einmal aus Höhen und Tiefen, aus Spaß und Leid. Das läge oftmals dicht beieinander.

    Natürlich bereitete das Konzert den Gästen viel Vergnügen. Deshalb erinnerte die Powerdame zwischendurch an große Momente ihrer Biografie. Als es beispielsweise nach einer Einladung in die ultimative Countrymetropole Nashville/USA ging. Zugleich erfuhr man, dass es notwendig sei, nicht nur die Frauenherzen zu brechen, sondern auch die der Männer. Bei einem Hit-Medley blühten alle auf. Linda Feller suchte und fand nun noch mehr die Nähe zu ihren Anhängern. Diese durften sie jetzt nicht nur anfassen, sondern mit Handys und Kameras aus Nahdistanz ablichten. Sprüche wie "Fotografieren verboten" bei Konzerten seien nach ihrer Meinung völlig daneben. In unseren heutigen Zeiten, wo Facebook und YouTube den öffentlichen Raum mitbestimmen. Genau diese sehr persönliche Art entpuppte sich als ein Erfolgsrezept dieses Auftritts. Mit dem Standard "Rosegarden" ging es auf die Zielgerade. "Mein kleines, großes Leben", hieß es nun. Ein guter Schlusspunkt. Und das Publikum versammelte sich direkt vor der Bühne, um sich zu bedanken und zu verabschieden.  

 Roland Barwinsky  /  09.10.13  /  OTZ

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